Jodelworkshop
Jodeln ist eine uralte Art der Kommunikation. Gerade im ländlichen Bereich wo sich die Menschen in der Nachbarschaft nicht jeden Tag begegneten wurden über das Jodeln Botschaften übermittelt, und wenn es nur darum ging zu zeigen, dass es einem gut geht. Das Charakteristische am Jodeln ist der Überschlag der Stimme von der sogenannten Bruststimme in die Kopfstimme. Der dadurch entstehende Effekt birgt eine besondere Klangform in einer weithin hörbaren Lautstärke mit sich. So konnten Signale über weite Täler und von einem Berg zum anderen übermittelt werden.
Es gibt aber auch noch einen anderen Aspekt, der das Jodeln gerade in diesem Rahmen des Männerfestivals sehr interessant macht. Es ist der Gebrauch der Stimme um Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Lautstark, kraftvoll, geschmeidig, liebevoll, nachdenklich, fröhlich, lustvoll, männlich und weiblich. Und dennoch ergeben die Worte, oder besser gesagt, Laute oder Vokale keinen inhaltlichen Sinn. Gerade diese „Sinnlosigkeit“ des Inhaltes der Texte von Jodlern in wunderbar melodische Klängen gepackt, führt im Gebrauch der Stimme in all ihren Facetten zu einer besonderen Art der Befreiung des im tiefen Inneren Verborgenen.
Wenn du dich jetzt fragst, ob du das auch kannst, darf ich dir sagen: Jodeln kann jeder der eine Stimme hat.
Wir werden uns viel in der freien Natur bewegen und es genießen wie unsere Klänge das Land erfüllen.
Ich habe das Jodeln quasi mit der Muttermilch aufgesaugt und es dann Jahrzehntelang still in mir mitgetragen bis ich es eines Tages vor rund sieben Jahren bei einem Jodel-Seminar entfesselt habe. Seitdem jodeln meine Partnerin und ich bei vielen Gelegenheiten, auf besonderen Plätzen, auf Hütten, Berggipfeln und bei Tanzfesten. Seit rund drei Jahren leiten wir gemeinsam einen Jodelstammtisch im weithin bekannten Almenland in der Oststeiermark.
Referent: Josef Harrer
Referent: Josef Harrer